Cocooning Teil 1

Hygge is back

Wir brauchen jetzt Flausch! Denn wir durchleben wilde Zeiten. Was Krisen mit unserer Persönlichkeit anrichten ... das realisieren wir oft erst viel später. Jetzt jedenfalls müssen wir erstmal unsere Synapsen neu verknüpfen und das Erlebte verarbeiten. Damit wir gestärkt in die Welt hinaustreten und wieder anpacken können, braucht unsere Seele Unterstützung, Trost und – ja eben! – mehr Flausch.

Auch wir bei Schattdecor haben uns im Laufe der Geschehnisse verändert. Unser aktuelles Trendbuch nennen wir deshalb Resilient Habitats. Sein Designansatz bringt den Gefühlen und Sehnsüchten der Menschen in diesen besonderen Zeiten besonders viel Empathie entgegen. Indes wollen wir mit unserer Expertise dazu beitragen, dass im Wohnraum wieder ein gutes Gefühl einziehen kann. Willkommen zurück Sicherheit, Ordnung, Raumkonzept, hello again Kuscheligkeit und Cocooning!

Der Rückzug ins eigene Zuhause, das Einspinnen in den eigenen kleinen Kokon, das war 2020 und 2021 die neue Normalität für viele Menschen. Wenn aber unsere Seele schon in „normal stressigen“ Zeiten Zuwendung braucht, so ist dies in herausfordernden Zeiten umso wichtiger. Dann ist es gut, wenn uns unser eigener Wohnraum Kraft und Energie spendet und uns im Hier und Jetzt verankert.

Wir haben den Trend zum Rückzug, zum Cocooning, etwas genauer betrachtet und in zwei Einrichtungsprinzipien gesplittet: Willkommen zurück, Hygge, hallo Japandi!

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Gute Nachricht in harten Zeiten: Hygge is back!

Hygge ist mehr als nur ein Einrichtungsstil. In dem Wort entfaltet sich ein ganzes Lebensgefühl, vielleicht sogar ein Gesellschaftsgefühl. Im Jahr 2016/2017 schmeichelte sich das Prinzip des kleinen Glücks zuerst über die Grenzen Dänemarks hinweg in die Herzen der Briten und setzte von dort aus seinen Erfolgszug fort in die Lifestyleblogs dieser Welt.

Schon damals versprach Hygge der großen Sehnsucht nach mehr Schmelz im Leben, nach Wohlbefinden und Geborgenheit einen Hafen. Heute, im Jahr 2021, ermöglicht die Krise den Weg für ein Comeback dieses Lebensgefühls – und erneut gestalten wir unsere Wohnungen zu Wohlfühloasen um.

Hygge kann man nicht übersetzen

Da es keine Übersetzung für Hygge gibt, muss man es fühlen. Oder seine Atmosphäre wortreich beschreiben: In seiner Semantik schwingen zum Beispiel Mut, Wohlgefühl, Trost und Freude spenden mit. Sprachwissenschaftler nehmen an, dass die dänische Sprache ihrerseits das Wort vor vielen Jahrhunderten dem Altnordischen entlehnte: „hug“ bedeutete einst soviel wie Seele, Geist, Bewusstsein, und möglicherweise ist es sogar mit dem englischen „hug“, Umarmung, verwandt. Andere etymologische Hypothesen legen Bedeutungen von denken, (sich) trösten, hegen, Wohlbefinden verbreiten oder sich selber etwas Gutes tun nahe.

Machen wir's uns hyggelig!

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Die weiche, grundehrliche Hygge-Haptik beruhigt uns. Im milden Kerzenlicht grenzen wir Analoges von Digitalem ab, entspannen den Geist und fühlen uns wohl. Wir gehen mit Zeit bewusster um, zelebrieren Genuss, streicheln unsere Seele.

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Alles, was guttut, ist erlaubt

Mit Accessoires spart Hygge nicht. Dekorieren ist ausdrücklich erwünscht – Hauptsache, es tut der Seele gut. Je kuschliger, desto besser. Weiche Decken, schöne Textilien, angenehme Farben und Formen, Bilder unserer Liebsten ... alles, was uns beim Entspannen hilft, darf den Wohnraum bereichern.

Schon 2016 bewegte sich der typische Hygge-Einrichtungsstil innerhalb heller, natürlicher Farbnuancen. Für sein jetziges Comeback zeigt er sich etwas erdiger als damals. Er wird homogen. Seine Farbwelt bewegt sich zwischen sanft abgestuften erdigen Tönen, über Beigetöne bis hin zu Nuancen von Grau zwischen warm und kühl. Um trotzdem nicht eintönig zu werden, kommt Hygge 2.0 mit minimalen Kontrasten innerhalb seines erstaunlich schmalen Farbspektrums aus.

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Hygge by Schattdecor

Unsere Designerinnen und Designer haben sich Anfang des Jahres die Frage gestellt, wieviel Hygge eigentlich in unserer Resilient-Habitats-Perspektive steckt. Welche unserer Dekore sind hyggelig? Können vielleicht auch wir unseren Teil dazu beitragen, die Menschen mit guter Atmosphäre zu umhüllen?

Und wir kommen zu dem Schluss: Auf jeden Fall! Unseren Designfokus lenken wir im resilient-hyggeligen Wohnraum auf Naturmaterialien, auf Handgemachtes, auf Materialmixes mit authentischer Farbgebung. Sie strahlen Vitalität und Ursprünglichkeit aus und machen uns unsere Verbindung zur Natur bewusst. Wenn man so will, machen sie uns wieder klar, dass wir selbst ein Teil der Erde sind.

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Dekor & Struktur

Auch Oberflächen können Geborgenheit transportieren und gleichzeitig individuellen Ausdruck unterstützen. Arctic Fishbone zum Beispiel fügt sich in unseren Augen optimal in den Trend ein: Das Dekor bedient die anhaltende Nachfrage nach charismatischen, angerauten Fischgrätböden. Es passt zu Altbauwohnungen, modernen Lofts oder Großstadtwohnungen. Sein Layout ist hochwertig, absolut zeitlos, und verströmt das Understatement anspruchsvoller Lifestyles. Bei näherem Hinsehen erschließt sich auch die einzigartige Interpretation dieses Dekors: Denn wir haben seine Stäbe nicht wie üblich synchron und bündig, sondern bewusst unregelmäßig angelegt.

„Ich finde das Dekor Blaustein besonders hyggelig. Es will uns in unseren eigenen vier Wänden auf Entdeckungsreise schicken: Zierliche Versteinerungen von Schnecken, Korallen oder anderen Fossilien finden sich mit dieser Oberfläche auf Tischplatten, in Küchen oder auf Bademöbeln ein. Auch aus etwas größerer Entfernung strahlt dieser Stein etwas ganz Besonderes aus: wilde, gebannte Lebendigkeit und eine Prise Evolution.“

Elaine Andrea Hermann, Designerin bei Schattdecor Deutschland

Hygge-Essentials: weiche Textilien

Warum der Hygge-Look derzeit so gefragt ist? Nun, weil er unser Bedürfnis nach echten Materialien in besonderer Weise bedient. Insbesondere Textilien sind im Hygge-Einrichtungsstil ein Muss. Unser Anspruch besteht darin, ihren Charakter, das Wesentliche in eine Designsprache zu überführen.

Das Dekor Kalamos kommt beispielsweise auf Schrankrückwänden oder Türelementen zum Einsatz. Sein Gewebe wirkt naturbelassen, wie handgemacht. Unregelmäßigkeiten – etwa die stellenweise auftauchenden Fadenverdickungen – verstärken diesen Eindruck noch.